Während der Berlin Fashion Week habe ich für den Musikexpress nicht nur Schauen angeguckt, sondern auch nach sehenswerten Straßen-Looks gesucht, gemeinsam mit dem Streetstyle-Fotografen
Gunnar Hämmerle.
Foto: © Gunnar Hämmerle
Menschen, die aussehen wie Märchenfiguren gehören eigentlich auf den Kölner Karneval. Nicht so diese Wiedergängerin von Grimms Schneewittchen. Ihr Outfit besteht aus vier Elementen – Kleid, Schuhe, Tasche, Lippenstift -und schindet maximalen Eindruck, denn es unterstreicht lediglich, wofür die Natur bereits gesorgt hat. Die roten Lackschuhe sind nicht mehr als eine Attribut zum (rot geschminkten) Mund. Das hautfarbene 20er-Jahre Kleidchen umspielt zwar züchtig die Knie, lässt aber eigentlich soviel schneeweiße Haut sehen, dass es den Wasserfall ebenholzfarbener Haare braucht, um sich sittsam zu bedecken. Nur die Tasche ist überflüssig. Selbst wenn Schneewittchen darin Apfelchips
spazieren trägt.
Foto: © Gunnar Hämmerle
Der Hipster ist tot – lang lebe der Hipster! Von Kopf bis Fuß ist dieser Mann den Trends hörig: Er kombiniert den Panama-Hut mit einem ordentlich-unordentlichen Zopf, trägt sein Gesichtshaar struppig aber weich dank ausgiebiger Bartpflege. Das riesige Halstuch sollte aktuell eigentlich mit einem Ikat-Muster verziert werden, die Batik-Variante tut es aber auch. Das blausamtene Jackett zur pastellgelben Röhrenjeans dürfte in jedem Konzept-Store freundlich abgenickt werden. Und seinen Modefetisch stellt der Herr ganz ungeniert zur Schau: Wie man sieht, besitzt er seine Nike Airmax in mindestens zwei verschiedenen Farben.